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Vortrag mit Hans-Dieter Hibbeln zur Orts- und Heimatgeschichte

Orts- und Heimatgeschichte der ehemaligen Stiftsdörfer Alten- und Neuenheerse im Spiegel von Grund-, Hypothekenbüchern und Grundakten aus der Zeit um 1830

In letzter Zeit verstärkt sich das Interesse an der Geschichte der Heimat, an der Geschichte des Ortes und des Zusammenlebens unserer Vorfahren.

In diesem Zusammenhang soll in einem Vortrag von Hans Dieter Hibbeln, Detmold, eine archivalische Quelle vorgestellt und erläutert werden, die nicht einfach zugänglich ist. Daher ist ihre wirkliche Aussagekraft für die Orts-, Heimat- und Familiengeschichte wenig bekannt.

An ausgewählten Beispielen, unter anderem aus den Stiftsdörfern Alten- und Neuenheerse, sollen diese Unterlagen exemplarisch aus dem Dunkel des Archivs an das Tageslicht geholt, ausführlich vorgestellt und erläutert werden.

Bei der Einführung der Grund- und Hypothekenbücher waren einerseits die Besitzer von Grund und Boden verpflichtet ihre Besitzverhältnisse nachzuweisen. Gleichzeitig wurden andererseits Ansprüche von den sog. „Grundherren“ oder „Obereigentümern“ auf Abgaben, Hand- und Spanndienste oder Naturalleistungen (Zehnten) erhoben.

Diese Rechtsansprüche mussten gegenüber den damaligen Gerichten zweifelsfrei nachgewiesen werden. Für den einfachen Landmann war das teilweise deshalb schwierig, weil er keine schriftlichen Unterlagen hatte. Daher wurden Zeugen aufgeboten, die Aussagen zu den Besitzverhältnissen machen konnten. Diese Zeugenaussagen und andere Unterlagen bieten teilweise einen interessanten Einblick über das Zusammenleben innerhalb eines Ortes. Abgesehen von alten Gewichten und Maßen finden sich auch Angaben zu den Vermögensinventaren. Dort werden teilweise sehr detailliert neben dem Grundbesitz auch das vorhandene Vieh, Kleidung, Möbeln, Acker- und Hausgerät aufgelistet. Bei einer Vermögensübergabe von der älteren Generation an das junge Ehepaar finden wir neben der Leibzucht auch Angaben zur Abfindung der übrigen Kinder.

Der Vortrag bietet eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit. Nach dem Vortrag werden für die Zuhörer beispielsweise Begriffe wie „ewige Kuh/eiserne Kuh“, Subhastation, Schichtung, Rauchhuhn, Witwenstuhl, Driggarth, „längst Leib längst Gut“, Mäuesebohrer, Zustandekunft, Spielpfennig oder der Unterschied zwischen Handzeichen und Unterschrift kein Geheimnis mehr sein.

Der aus Altenheerse gebürtige Referent, ein pensionierter Polizeibeamter, hat sich lange Zeit im Staatsarchiv Detmold mit den Grund- und Hypothekenbüchern und den Grundakten aus verschiedenen Orten beschäftigt.

Vortrag am Freitag, 22. Juni 2012, 19.00 Uhr in der ALTEN DECHANEI in Neuenheerse

Vortrag mit Hans-Dieter Hibbeln

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